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Herrscht hier Krieg?

Verfasst von LastGunman am 4. August, 2009

Ulla Schmidts Dienstwagen ist wieder da! Und bevor sie den Schlüssel zum Wagen geklaut haben, betäubten die Diebe den Chauffeur der Ministerin. Klingt nach Krimi? Oder gar nach Wahlkampf? Wird uns doch just in diesen Tagen wieder vor Augen geführt, zu was Politiker in der Lage sind: Waffenhändler Schreiber ist ebenfalls wieder da!

„Bundesjustizministerin Brigitte Zypries hatte vor wenigen Tagen beim kanadischen Justizminister Nicholson auf eine zügige Auslieferung gedrängt.“

So so…

Auf der einen Seite also die verfassungsfeindliche Partei, die nach dem wieder hoch kommenden Spendenskandal (nicht wahr, Herr Schäuble?) jetzt wohl Dienstwagen klauen lässt (ist ja nichts im Vergleich zu der Panzergeschichte damals). Und auf der anderen die Verräterpartei, die nun mit dem Finger auf Schreiber und seine CDU/CSU-Freunde zeigt. Lustig, nicht wahr? Geht das jetzt bis zur Bundestagswahl so weiter?

Da kommt dann noch Onkel Steinmeier mit seinem Märchen von der Vollbeschäftigung (die ja eigentlich kein Problem wäre, würde man einfach nur alle Gierschlünde in ihren eigenen Manager- und Bankerstaat abschieben), und bietet 4 Millionen neue Stellen bis 2020. Nun, er sagte ja nicht, wie viele alte Stellen bis dahin verschwinden werden…

Bin mal gespannt, was für tolle Wahlplakate die „kreativen“ Köpfe(r) unserer Parteien so bis zum September noch präsentieren werden. Ob Schröder mit seinem Handydisplay-nach-außen-Bild noch zu toppen ist?

4 Antworten zu “Herrscht hier Krieg?”

  1. Bärwurz sagte

    „Krieg“ oder „Duell“? In der akutellen Sprache zeigen sich oft gesellschaftliche Veränderungen.

    Aktuell sehe ich das so:

    Kanzlerduell und Straßengewalt

    Zur besten Sendezeit werden „Duelle“ angeboten und anschließend beklagt, dass es so friedlich gewesen sei. Eine Wortwahl, die scheinbar selbstverständlich ist und doch dafür steht, dass anschließend jemand schwer verletzt oder tot zurückbleibt. So war das bei Duellen, wo es allerdings meist noch um die Ehre ging. Ein mitunter zweifelhaft gewordener Begriff.

    Fast gleichzeitig aber, da findet auf unseren Straßen die wahre Gewalt statt. Da wird jemand zu Tode geprügelt, nur weil er in einem Gewaltübergriff gegen rohe Gewalt auf der Straße einschreiten wollte. Weil er zur Ehre der Gesellschaft Flagge zeigen wollte – gegen Gewalt. Solidarisch dem Opfer zur Seite stand. Hingesehen und nicht übersehen hat.

    Sowohl die versammelten Medienleute als auch die zur Führerschaft unserer Gesellschaft angetretenen Kandidaten oder auch sog. Duellanten haben aber übersehen, dass man nicht öffentlich bedauern und zur Zivilcourage auffordern darf, wenn man selbst letztlich nur die eigenen Interessen im Auge hat.

    So etwas kann ins Auge gehen. Mir ging es unter die Haut.

  2. LastGunman sagte

    Hallo Bärwurz,

    ja, dieser Monat ist bisher nicht gerade friedlich abgelaufen. Der Bundeswehr-Angriff in Afghanistan, der Mord in der S-Bahn, die Polizeigewalt in Berlin und nun der Anschlag auf das Gymnasium in Ansbach. Bei letzterem müssen wohl Heavy Metal, schwarze Mäntel und die Bibel schuld gewesen sein, der Täter trug im Kalender Apokalypse ein. Horst Seehofer möchte wegen des Todes von Dominik Brunner überprüfen, was so am Markt erhältlich ist.

    mehr fällt ihm dazu anscheinend nicht ein. Dass gewaltbereite Jugendliche, die auf der Straße leben, vielleicht gar keinen Zugang zu irgendeinem Markt haben, ist für einen Politiker wohl zu hoch. Warum überlegt keiner dieser Herren, wie man jedem Menschen die gleichen Chancen und Möglichkeiten bieten kann. Dass es in unserer Gesellschaft Ausgestoßene (wie den Täter aus Ansbach) geben muss, damit es uns besser geht, liegt tief in unserem System verankert. Wir können schließlich nur Geld verdienen und Gewinne steigern, weil irgendwo auf der Welt andere dafür ausgebeutet werden.

    Teure Kleidungsstücke für über hundert Euro kann man im Laden kaufen, aber wie viel bekommen diejenigen davon, die sie in fernen Ländern hergestellt haben, und wie viel die Manager mit Sitz in Deutschland? Warum müssen Milchbauern ihre Milch auskippen, um auf sich aufmerksam zu machen? Warum könne wir keinen anderen Weg finden? Die Erde bietet Ressourcen genug für jeden, wir müssen sie nur gerecht aufteilen und angemessen damit umgehen. Was nützt es, wenn ein Industriezweig Gewinne ohne Ende erzielt, wenn dafür der Planet ausgebeutet wird?

    Wenn wir nicht damit aufhören, Macht und Geld als erstrebenswerte Ziele schon in der Schule zu lehren, wird unsere Zivilisation nicht sehr alt.

  3. Bärwurz sagte

    Hey, LastGunman!

    Warum auf die Sprechblasen der Herren Seehofer & Co. noch eigehen? Sie würden in einer Diskussion nicht wirklich zuhören und verstehen wollen. Sie achten nur darauf, wie sie bei ihrer Klientel und den Nichtsmeinern so rüber kommen. Deshalb plappern sie immer die gleichen Parolen. Erst wenn sie mal keine machtegoistischen Interessen mehr haben, dann kommt gelegentlich Klartext, wie beim alten Heiner Geißler.

    Man kann das alles bejammern, sich daran reiben und schließlich wohl auch resignieren. Es gäbe aber die Möglichkeit, am Anfang von Entwicklungen wirklich etwas zu tun. Dies geschieht zum Beispiel hier:

    http://www.ifbe-klassenfahrten.de

    Die Schulen, die solche Programme begonnen haben, erlebten plötzlich, dass es auch anders geht. Fatal finde ich nur, dass ein Großteil der Kosten solcher Veranstaltungen den Eltern abverlangt wird. Das ist ein Skandal! Sie, die öffentlichen Bedauerer, reden von Prävention, doch sie haben sich sicher schon in der aktuellen Situation eingerichtet. Ich versuche, wo es geht, der Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.

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