Eine Zensur findet statt
Verfasst von LastGunman am 24. Juni, 2009
Nun ist es soweit, das Zensurgesetz ist durch.
„Toll“ werden einige sagen, endlich wird etwas gemacht gegen Kinderpornographie. Wie naiv kann man denn sein? Er das Internet kennt, der weiß wie schnell eindeutig rechtswidrige Seiten gelöscht werden können, ein Zensur ist daher überhaupt nicht nötig. Und dass Google und Co. selbst schauen können dass man solche Seiten nicht über Suchmaschinen finden kann, dürfte auch jedem klar sein. Wie kommt man also per Zufall auf eine solche Seite?
Interessant wird es, wenn man Berichte über geleakte Sperrlisten liest. Die sind gar nicht mal so groß, umfassen vielleicht maximal 500Seiten – und das bei den „unendlichen Weiten“ des Internets. Davon sollen viele Adressen ganz normale Pornoseiten sein, aber auch Seiten, die überhaupt nichts mit Sex zu tun haben. Es ist also durchaus berechtigt, Kritik an der Politik von CDU und SPD zu üben. Prototypen eines Netzfilters könnten die diversen Jugendschutzprogramme sein, die man selbst auf dem Rechner installieren kann. Bei denen werden dann TAZ, Grüne, Piraten und kritische Seiten gesperrt und z.B. die Homepage der Titten-BILD für unbedenklich erklärt.
„Die Seite sourceforge.net ist bereits in unserem Filter enthalten und wird als ‘Glückspiele/Lotto’ eingestuft.“
Kein Kommentar dazu…
Aber die CDU streitet ja gar nicht ab, dass man so richtig die Zensurkeule schwingen will, dem wählenden Rentnerklientel ist es schlichtweg egal:
Die pösen SPD-Linken, Junge, Junge! Mit derart schlecht geschriebener Propaganda kommt man heutzutage nicht mehr weit.
Der Strobl ist übrigens der Schwiegersohn vom Schäuble, daher weht der Wind. Hier gibts noch ein paar Infos zu dem Herrn und seiner offensichtlichen Doppelmoral:
Spieleverbrennung ist wohl etwas anderes…
Das, Leute, ist Verhöhnung der Opfer! Die Waffenmesse in Stuttgart (Nichts gegen Sportschützen und Jäger) und das Schützenfest in Durlach (Mit Mannschaften von CDU und junger Union) durften stattfinden, Computerspielveranstaltungen nicht. Und auf der Innenministerkonferenz(!) waren die Spiele wohl das Hauptthema. Wenigstens ist der deutsche Kulturrat da anderer Meinung:
Immerhin kritisieren nun auch die jungen Liberalen und sogar die junge Union das geplante Verbot:
http://www.junge-union.de/content/presse/mitteilungen/963
Leider scheint dass bei den Altherrenpolitikern niemanden zu interessieren, die sorgen inzwischen auch dafür, dass ausländische Spieleshops indiziert (und bald zensiert?) werden, wohlgemerkt Seiten aus dem EU-Ausland (in diesem Fall Österreich). Dabei sind SPD/CDU/CSU doch sonst so europageil.
So, das wars fürs erste, aber seid schon mal gewarnt ihr fanatischen CDUler, SPDler und CSUler, das Sperrfeuer gegen euch hat erst begonnen.


TGFKAM sagte
Dass das Internet zensieren nicht geht, weiss wahrscheinlich mittlerweile jedermann (ausser vielleicht ein paar Politikern- Bzw auch die täuschen evtl nur Unwissenheit vor, um ihre Wahlziele durchzusetzen).
Bruce Schneier (weltweit anerkannter Sicherheitsexperte) hat vor ein paar Monaten in einem Newsletter den anonymen Brief eines Kinderporno-Mafia-Insiders veröffentlicht … darin wird ua. über die ganzen Idiotien in Richtung Kinderporno-Bekämpfung, die die deutsche Politik unternimmt GELACHT (Man kann nicht mit sicherheit sagen, wie authentisch der Brief ist, aber Schneier stuft ihn zumindest als „interessant“ ein, was für mich Grund genug war, sich den reinzuziehen… Relativ ekelhaft das ganze aber man sieht die „Massnahmen“ der Bundesregierung danach in einem etwas anderen Licht… Ich konnte hinterher nur noch fassungslos auf den Schirm starren)
Siehe hier:
http://www.schneier.com/
Blog-Eintrag am berüchtigten 11.03.09
und
Titel: My_life_in_child_porn
und eine deutsche Version (eigentlich das Original) gibts auch:
Titel: Einblicke_in_die_Kinderpornoszene
LastGunman sagte
Sorry, hab deinen Kommentar erst jetzt gefunden, der ist wohl wegen den vielen Links im Spam-Queue gelandet.
Musste aber zwei Links entfernen, und habe nur die Titel der Artikel stehen lassen, wegen dem hier:
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/03/26/warnung-vor-links-auf-wikileaks/
Interessierte Leser werden die Artikel sicher finden, solange die Wikileaks-Seite nicht auf der Zensursulaliste steht.
Wer ein kleines Suchspiel machen will, darf auch bei der Homepage des Landesgerichts Karlsruhe anfangen, von dort gelangt man laut Heise in zehn Schritten auf die Wikileaks-Seite. Macht sich das LG durch diese Linkkette denn nun nicht strafbar?
Den Schneierlink habe ich auch mal spaßeshalber abgeändert.