LastGunmans Kurzgeschichten-Blog

Kurzgeschichten, Literatur und Medien

Ein Spielkonzept als Paper

Verfasst von LastGunman am 7. März, 2008

Da ich ja auch gerne zocke, habe ich mich schon immer gefragt, wie man mit einer Spielidee an eine Firma herantreten kann. An einen Verlag oder einen Agenten wendet man sich am besten mit einem fertigen Manuskript, Drehbücher müssen wohl auch komplett sein, wenn man sie irgendwo einreichen will.

Bei Spielen funktioniert das anscheinend völlig anders. Zuerst muss man ein Concept Paper schreiben. Wird ein Projekt gestartet, so werden alle wichtigen Details in einem Design Document festgehalten. Das alles kann man irgendwie bei www.gamasutra.com nachlesen. Das Concept Paper könnte man wohl mit einem Exposé vergleichen – ich habe mich heute mal an einem versucht:

Game Concept Paper für Mythen & Legenden (Working Title)


Angepeiltes System:

Nintendo Wii

Einführung und Genre:

Mythen und Legenden ist ein Mehrspieler-Action-Rollenspiel in einem Fantasy-Universum, das die Fähigkeiten der Konsole und die beliebtesten Elemente dieses Genres auf völlig neuartige Weise miteinander verbindet. Spieler 1 steuert mit dem Nunchuck einen Helden und führt der der Wiimote alle Aktionen aus. Spieler 2 steuert mittels Zeigefunktion der Wiimote eine Fee, die den Helden unterstützt. Im Einzelspielermodus kann diese Fee automatische Aktionen ausführen, die der Spieler 1 zuvor festlegt.

Im Online-Modus kann ein Spiel eröffnet werden, zu dem man weitere zwei Helden einladen kann. Diese können wiederum automatische oder manuelle Unterstützung durch ihre Fee erhalten.

Beschreibung:

Zu Beginn wählt man seinen Helden aus vier verschiedenen Figuren aus: Ein Krieger, eine Beschwörerin, eine Diebin und ein Magier. Jede dieser Figuren hat ihren eigenen Namen (den der Spieler verändern kann) und ihre eigene Vorgeschichte. Auch die Story des Spiels verläuft bei jeder Figur anders. Mit der Auswahl des Helden wird auch die Klasse der Fee bestimmt. Sie gleicht etwas die Schwächen der Hauptfigur aus.

Jede Figur und jede Fee hat zwei Grundrichtungen, die man als Spieler beeinflussen kann. Meistert man eine Richtung, kann man zu einer Heldenklasse aufsteigen. Spezialisiert man sich auf eine Richtung, kann man zwar die Fähigkeiten der anderen noch benutzen, sie sind aber abgeschwächt.

Der Krieger:

Er kann Einhandwaffe und Schild oder Zweihandwaffe tragen. Bei den Rüstungen kann er aus Leder und Platte wählen. Seine Richtungen sind Brecher und Schadensausteiler. Seine Fee kann sich auf Heilen oder Schadensausteilen (Richtung Magie) spezialisieren.

Größter Vorteil: Die mächtigsten Gegenstände bleiben dem Krieger vorbehalten.

Die Beschwörerin:

Sie kann zaubern und Kreaturen beschwören. Ihre Zauber beschränken sich auf starke Heilsprüche und statusverändernde Effekte. Sie kann Gegner schwächen und Alliierte stärken. Ihre Kreaturen sind unterschiedlichster Natur. Sie kann nur Stäbe und Stoffrüstungen tragen. Ihre Fee kann sich auf das Stehlen von Fähigkeiten (für sich und die Beschwörerin) oder Schadensausteilung (Nahkampf, Schwachstellen) spezialisieren.

Größter Vorteil: Unterschiedlichste Kreaturen und Zaubersprüche machen die Beschwörerin sehr vielseitig.

Die Diebin:

Die Diebin kann sich auf offenen Kampf oder Heimtücke spezialisieren. Im offenen Kampf wird sie zwei Kurzschwerter verwenden, bei der Heimtücke sind es Dolch und Bogen. Schleich- und Stehl-Fähigkeiten sind bei Heimtücke stärker, bei offenem Kampf sind spezielle Waffentechniken erlernbar. Die Fee kann die Diebin mit Schutzschilden ausstatten oder heilen.

Größter Vorteil: Spezielle Gegenstände, die nur durch das Bestehlen von Bossen erreichbar sind.

Der Magier:

Er verwendet Zauberstäbe und Stoffrüstung. Er kann Waffen aller Art als Schmuckstück tragen, und deren magische Fähigkeiten für sich benutzen. Seine Spezialisierungen sind Elementarmagie und Illusion. Die Elementarmagie macht sehr viel Schaden, mit Illusionen kontrolliert er die Zeit und bringt den Gegner dazu sich selbst zu verletzen bzw. den Magier zu heilen. Die Fee des Magiers kann entweder heilen oder mittels magischen Schilds den Brecher spielen.

Größter Vorteil: Die versteckten, zusätzlichen Kräfte, die in vielen Waffen stecken, kann nur der Magier entfesseln.

Man spielt das Spiel aus der etwas entfernteren Third-Person-Perspektive. Möchte man angreifen, schüttelt man den Nunchuck oder drückt Z auf dem selbigen. Von den Spezialfähigkeiten lassen sich jeweils vier einer Spezialisierung auf A und B legen. Man hält den Knopf gedrückt, auf dem Bildschirm erscheint ein transparentes Auswahlmenü in Form von vier Pfeilen, auf denen die Symbole der Fähigkeiten zu sehen sind. Während man den Knopf noch gedrückt hält, bewegt man die Wiimote entweder nach oben, unten, rechts oder links.

Mit dem Steuerkreuz kann man ein Itemmenü aufrufen, um Items während dem Kampf zu benutzen.

Andere Fähigkeiten, bei dem die Zeigefunktion der Wiimote verwendet wird, lassen sich über einen On-Screen-Button aufrufen. Z.b. drückt der Magier diesen Button, wählt eine Fähigkeit aus und lässt einen Feuerregen auf ein ausgewähltes Zielgebiet prasseln. Oder die Beschwörerin wählt eine zu rufende Kreatur aus und klickt dann den Gegner an, um diese Kreatur in den Kampf zu schicken.

Die Fee drückt den A-Knopf und es erscheint ein um sie ein Ringmenü mit den Fähigkeiten. Der Spieler bewegt die fee auf eine Fähigkeit und dann auf einen Gegner oder den Spieler 1.

Im Online-Gruppenspiel ist nur die eigene Fee zu sehen, alle Feen können aber auf alle Helden zaubern.

Schlüsselfeatures:

  • Einzelspieler-Storymodus lässt sich dank des Feensystems auch zu zweit spielen.
  • Im Online-Multiplayer lassen sich viele Sidequests in Dungeons zusammen lösen.
  • Die Dungeons lassen sich auch alleine lösen, es fehlen jedoch einige spannende Gruppenrätsel.
  • In jedem Dungeon gibt es einen optionalen Boss, der auf dem entsprechenden Levelbereich nur in der Gruppe schaffbar ist.
  • Spielprinzip ähnlich “Secret Of Mana”
  • Zahlreiche Items in verschiedenen Qualitätsabstufungen, um für ein Suchtpotential ähnlich “World Of Warcraft” zu sorgen. Mit dem Unterschied, dass dieses Spiel ein absehbares Ende haben wird.
  • Nach dem Durchspielen wird ein extraschwerer und extragrosser Experten-Dungeon freigeschaltet, den man auch in der Gruppe spielen kann.
  • Sehr storygebundenes Spielprinzip und trotzdem große Charakterfreiheit möglich.

Zielgruppe:

Fantasy-Fans, Rollenspielfans. Leute die gerne zu zweit oder online in der Gruppe spielen werden genau so angesprochen wie Einzelspieler-Freunde. Besonders Leute, die früher Secret Of Mana mochten und inzwischen eine Wii für die Familie oder für Virtual Console-Nostalgie gekauft haben, werden ihren Spaß an diesem Spiel haben. Diese Sorte Spiele sind immer noch Mangelware auf allen aktuellen Konsolen. Die Grafik sollte östlich angehaucht sein, die USK-Freigabe sollte nicht über 12 liegen.

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