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Nie wieder Wespen-Boy!

Verfasst von LastGunman am 20. November, 2007


Pedro Porkus war ein ganz normaler Schüler – faul und etwas übergewichtig.

Eines Tages unternahm seine Klasse eine Besichtigung in einem High-Tech-Genlabor. Ich weiß, dass sich dass a) ziemlich unrealistisch anhört und b) auch ziemlich bekannt. In dieser Story spielt das aber sowieso kaum eine Rolle. Na gut, vergesst dieses High-Tech-Genlabor….

Die Klasse machte gerade ein Picknick, kurz nachdem dreißig Killerwespen aus der Hölle besiegt wurden, die in einem geheimen High-Tech-Genlabor (Nein, nicht in dem oben erwähnten, das solltet ihr doch vergessen!) gezüchtet wurden und dann in ein anderes geheimes Labor geflogen waren, in dem Straftäter durch ein Portal direkt in die Hölle geschickt werden sollten. Alles klar? Ist eigentlich gar nicht so wichtig. Von Bedeutung war nur die einunddreißigste Wespe. Die flog nämlich gar nicht erst in die Hölle und kam somit auch nicht als Dämonenwespe mit der Seele eines Massenmörders zurück – Sie blieb eine stinknormale, genmanipulierte Killerwespe. Sie war hungrig!

Nun, wer glaubt ihr, hatte denn den größten Korb beim Picknick? Klar, Pedro natürlich. Das witterte die Wespe, wir nennen sie mal Sammy, recht schnell. Zack, war der Junge gestochen und der Korb leer gefressen. Doch Sammy hatte einen genetischen Defekt: Nach dem Verzehr von Pedros Vanillepudding fiel sie einfach tot um.
Pedro wurde indes ins Krankenhaus gebracht und bemerkte ein paar Tage später, dass er nicht nur fliegen konnte, sondern auch die proportionale Kraft einer Wespe besaß. Außerdem ließ er sich von seinem Kumpel Karl einen Stachel basteln, der Betäubungspfeile abfeuern konnte.

Da ihr jetzt auf dem Laufenden seit, beginnt nun die wichtigste und großartigste aller Wespen-Boy-Stories… Na gut, sie dürfte dem einen oder anderen auch bekannt vorkommen. Aber hey: Spinnen sind keine Insekten, Wespen schon!


Nie wieder Wespen-Boy! – Teil 1

In einer ganz normalen Schule:

„Hey, Fettie! Du bist so dick, wenn die Schule überschwemmt wird, können wir uns alle auf deinen Bauch retten, Wa ha ha!“, Cash Jordan lachte, seine Kumpels lachten mit.
„Über so etwas macht man keine Witze“, sagte Matilda Bouvier, „Pedro würde wenigstens versuchen zu helfen, während du sicher davonrennen würdest.“
„Du brauchst mir nicht zu helfen, Peggy. Ich weiß doch, wie dick ich bin“, sagte Pedro und lief davon.
„So warte doch!“, rief ihm Matilda hinterher.
Doch Pedro hörte das vor lauter Frust nicht mehr. Er lief auf das Dach der Schule, wo er sein Wespen-Boy-Kostüm versteckt hatte. Matilda traute ihren Augen kaum, als sie sah, wie Pedro es anzog und sich in die Lüfte erhob. Mit offenem Mund folgten ihre Blicke der anmutigen Luftakrobatik des Wespen-Boy.
„So was, Pedro. Ich wusste schon immer, dass an dir mehr dran ist.“

*

„Klasse, Pedro!“, Karl holte einen Stapel Zeitungen unter seinem Bett hervor, „Sieh dir nur die Artikel an: ‚Wespen-Boy fängt Einbrecher’, ‚Wespen-Boy räumt auf’, ‚Wespen-Boy rettet Brückenarbeiter’.“
„Und was ist mit dem da?“, Pedro zeigte auf den Täglichen Kurier, wo in großen Buchstaben ‚Wespen-Boy: Was plant er wirklich?’ stand.
„Das ist doch nur eine Zeitung von vielen“, winkte Karl ab.
„Aber es ist die auflagenstärkste!“, rief Pedro, nachdem er aufgestanden war. Dann setzte er sich wieder und ließ den Kopf sinken, „Ich weiß ja auch nicht.“
„Hey, sieh mal!“, sagte Karl plötzlich, „Da braucht jemand deine Hilfe.“
„Was?“
Karl hielt Pedro eine Zeitung heutigen Datums vor die Nase und deutete auf eine Kleinanzeige.
„Da steht: ‚Wespen-Boy, komme heute Abend zur alten Tabakfabrik am Stadtrand. Ich brauche deine Hilfe, es ist dringend!’“, las Pedro.
„Und?“
„Nun, ich werde der Sache auf den Grund gehen.“

*

Am Abend landete Wespen-Boy auf dem Dach der alten Tabak-Fabrik.
„Guten Abend, Wespen-Boy!“, sagte eine Stimme aus dem Schatten.
„Guten Abend. Wie kann ich Ihnen zur Seite stehen?“
Kaum hatte Pedro zu Ende gesprochen, spürte er auch schon zwei Stiche in seinen Seiten. Müdigkeit überkam ihn.
„Danke, Jungs. Und jetzt, nachdem ich dich schachmatt gesetzt habe, darf ich mich auch vorstellen“, sagte die Stimme, dessen Besitzer nun aus der Finsternis trat.
„Cleveland Rodriguez Starr!“, brachte es Pedro heraus.
„Du kennst mich? Nun ja, wer kennt mich nicht. Landesminister für Arbeit und Umwelt, Besitzer des ‚Täglichen Kurier’ und einigen Labors in der Nähe, führende Positionen in diversen Unternehmen und Drahtzieher einiger Grenzbereichsgeschäfte – Wow, ich habe ja 14 Nebenjobs, da wird so manch anderer Politiker blass.“
„Was wollen sie von mir?“, keuchte der schon am Boden kniende Wespen-Boy.
„Ich will wissen, warum ich mich schon wieder mit Wespen herumplagen muss, und ich will wissen, wer mir das Geschäft versaut.“
Mit diesen Worten kam Starr auf Wespen-Boy zu, welcher sich kaum noch bewegen konnte. Starr sah auf ihn herab und griff nach der Maske.
„Wer bist du?!“
In dem Moment drehte sich Pedro mit letzter Kraft und schoss einen Betäubungspfeil auf den Politiker. Dieser taumelte zurück, die Maske nicht loslassend. Wespen-Boy wandte sein Gesicht von ihm ab und flog so schnell er noch konnte, davon.

*

„Nein, bei uns war er nicht, tut mir leid. Ja, gern geschehen. Bis bald“, die Frau legte den Hörer auf.
„Wer war denn das, Mama?“, fragte Matilda.
„Das war Pedros Vater, der Junge ist heute noch nicht heimgekommen. Weißt du etwas darüber?“
„Nein, Mama. Nichts. Vielleicht weiß Karl etwas, er ist sein bester Freund. Darf ich schnell zu ihm rüber und nachfragen?“
„Tu das, Kleine. Aber komm bald wieder heim, ja?“

*

„Mist!“, rief Pedro, der in einer kleinen Seitengasse in der Näher der Fußgängerzone gelandet war. Das Betäubungsgift wirkte anscheinend nicht mehr, denn er fühlte sich ziemlich fit. Aber so sehr er sich auch bemühte, er konnte nicht mehr fliegen.
‚Nun lässt du mich also im Stich, Wespenkraft’, dachte er sich, ‚Gegen Leute wie Starr hat kein einzelner Held eine Chance’
Daraufhin nahm er sein Kostüm, warf es in die nächste Mülltonne und lief nach Hause.“

Ende Teil 1

***

Nie wieder Wespen-Boy! – Teil 2

Tja, was soll man nun sagen? Das ist doch alles schon mal da gewesen, oder? Sogar der Titel ist geklaut. Wie kann man diese Geschichte jetzt noch retten?
Normalerweise wäre Matilda jetzt irgendwie an die Maske gekommen und dabei in Gefahr geraten, weshalb Pedro dann schließlich wieder zu Kostüm greifen müsste. Das könnte man schon ziemlich spannend schreiben, aber es wäre eben nichts Neues. In Ordnung, probieren wir etwas anderes…

Nachdem Matilda von Karl erfahren hatte, wo Pedro hinwollte, und die beiden den Besitzer der alten Fabrik ausfindig gemacht hatten, machte sie sich mit Schrotflinte, Granatenwerfer, Magnum und einem Doppelklingenschwert auf den Weg zum 30 Stockwerke hohen Hauptgebäude von Cleveland Rodriguez Starr. Dort ballerte sie sich den Weg durch Horden von Untoten, Vampiren und Dämonen frei, die den Politiker beschützen sollten. Schließlich kam sie oben in Starrs Büro an.
„Deine Armee ist erledigt, gib mir die Maske von Wespen-Boy!“
„Hier, bitte“, winselte Starr, „Aber tu mir nichts an!“
„Ha ha, endlich kann ich den Mörder meines Großvaters seiner Tante deren Friseurin rächen! Gleichzeitig übernehme ich dein Imperium und ersetze dich durch einen Klon, und lasse Wespen-Boy nur noch für meine Interessen arbeiten!“
„Hilfe, Wespen-Boy!“, schrie der Politiker in die Nacht.

Irgendwo auf der Straße:
„Hmm, was war das? Es schien so, als hätte jemand um Hilfe gerufen. Aber Wespen-Boy existiert nicht mehr“, sagte Pedro Porkus.
Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Pedro drehte sich um und sah sich einem Penner gegenüber.
„Du bist also Wespen-Boy, der half das neue Obdachlosenheim zu bauen und uns Schnitzel zur Eröffnung gebraten hat.“
„Ja, der bin ich. Mist, jetzt ist meine Geheimidentität wohl futsch.“
„Mach dir keine Sorgen, wir von der Straße können Geheimnisse gut bewahren.“
„Egal, ich wird sowieso nie wieder Wespen-Boy sein.“
„Warum? Ist dir alles über den Kopf gewachsen?“
„Das auch. Aber nun habe ich sogar meine Kräfte verloren.“
„Vielleicht wolltest du sie verlieren?“
„Was? Ich verstehe nicht…“
„Als dich die genmanipulierte Killer-Wespe gestochen hat, bist du gestorben?“
„Ähmm, nein.“
„Es war aber eine genmanipulierte Killer-Wespe. Geschaffen um zu töten.“
„Echt jetzt?“
„Ja, das kannst du mir glauben. Jeder normale Mensch wäre gestorben, nur du wolltest das nicht. Du wolltest lieber Wespen-Kräfte, um helfen zu können. So wie du sie vorhin nicht mehr wolltest.“
„Dann muss ich sie einfach nur wieder wollen?“
Der Penner nickte.
„Danke, Herr…“
„Mein Name ist so unwichtig wie meine Existenz, ich habe ihn längst vergessen, so wie mich die Menschen vergessen haben.“
„Auf Wiedersehen, Marty!“, sagte Wespen-Boy, holte sein Kostüm und flog zum Starr-Tower.

*

„Lass sie gehen, Starr!“
„Ähmm, Moment mal, sie hat mich bedroht!“, wehrte sich der Politiker, „Sieh doch mal, wie sie bewaffnet ist.“
„Matilda, sind das deine?“, fragte Pedro.
„Nö“, das Mädchen warf die Waffen weg, „Die nahm ich ihm ab!“
„Gar nicht wahr!“, schrie Starr.
„Kommen sie“, Wespen-Boy schüttelte den Kopf, „Auf der einen Seite ein Mädchen, auf der anderen der Polit-Verbrecher. Wie wollen sie damit durchkommen?“

Und so klickten die Handschellen für Cleveland Rodriguez Starr, in seinem Gebäude waren genug Beweise gegen ihn. Und eines Tages gingen Matilda und Pedro zusammen zur Schule.
„Du wirst mein Geheimnis doch nicht verraten, oder?“
„Wo denkst du denn hin, Pedro, mein Retter? Ich liebe dich doch. Niemand wird dich je so lieben, wie ich es tue.“

ENDE

3 Antworten zu “Nie wieder Wespen-Boy!”

  1. jarypaulus sagte

    hihihi. das is fein. so selbstironisch und so. lustig. genau mein ding. und ein herrlich unkonventionelles ende. fein.

  2. LastGunman sagte

    Danke sehr :-)

  3. Schusterjunge sagte

    …den Mörder meines Großvaters seiner Tante deren Friseurin …

    *giggel*

    Schusti hat nix zu meckern. ;-)

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