(oder wie ich damals (2001) zu meinem Nickname „Letzter Revolverheld“ kam)
Eine kleine Stadt im Westen. Die Sonne brannte, doch keiner spürte es. Bis auf die beiden Pferde, die an der Tränke neben dem Saloon standen. Der Schmied stand unter einem schützenden Vordach und hämmerte.
Langsam öffnete sich die Tür des Gebäudes, welches schräg gegenüber dem Saloon lag. Ein Mann trat heraus und lehnte sich gegen einen Holzpfosten. An seinem Gürtel hingen zwei Halfter und in den Halftern waren Colts. Der Mann zog seinen Gürtel zurecht und schob sich seinen schwarzen Hut etwas aus dem Sichtfeld. Er wartete. Der Schmied hämmerte.
Gegenüber dem Saloon öffnete sich ein Fenster. Der Kopf eines weiteren Mannes streckte sich kurz heraus, dann war nur noch der Lauf eines Gewehrs zu sehen. Die beiden Männer warteten. Der Schmied hämmerte.
Der Wind wehte dem Mann am Pfosten etwas Sand von der Straße entgegen. Dieser schob seinen Hut wieder etwas weiter ins Gesicht und drehte seinen Kopf ein wenig zur Seite. In der Ferne hörte man ein Pferd galoppieren. Der Mann am Pfosten klopfte sich den Staub vom Mantel und sah sich nach den Geräuschen um. Der Schmied hämmerte.
Das Schlagen des Hammers auf Eisen und das der Hufe auf den Boden wechselten sich ab und ergaben einen seltsam eintönigen Rhythmus. Ein Reiter erschien. Er stieg neben dem Saloon ab und führte sein Pferd zur Tränke. Während dieses trank, nahm der Mann seinen Revolver und überprüfte die Anzahl der Kugeln in der Trommel. Die drei Männer warteten. Der Schmied hämmerte.
Der eine Mann lehnte mit verschränkten Armen bequem am Pfosten, der andere stand neben seinem Pferd und sah sich weiter seinen Revolver an. Vom Lauf des Gewehrs am Fenster sah man nur die Spitze. Der Hammer des Schmiedes verstummte. Der Mann am Pfosten stellte sich auf und griff mit beiden Händen an seine Colts. Der andere bezog Stellung hinter einem Fass, etwas entfernt vom Saloon. Der Lauf des Gewehres schaute weiter aus dem Fenster.
Der Schmied schlug weiter, die Männer entspannten sich wieder. Da gingen die Flügeltüren des Saloons ruckartig auf, und eine Gestalt trat heraus. Sie war mit einer Kutte gekleidet, die das Gesicht verdeckte. Die Männer griffen wieder zu ihren Waffen. Der Schmied bemerkte dies und zog sich zurück. Auf seinem Amboss lag ein Schwert.
Der Mann, der zuvor am Pfosten lehnte, trat auf die Straße, beide Colts auf die Gestalt gerichtet. Diese verharrte vor dem Eingang zum Saloon. Die beiden anderen Männer blieben in Deckung, die Waffen ebenfalls auf die Gestalt gerichtet.
Der Mann auf der Straße deutete der Gestalt an, zu ihm rüber zu kommen. Sie tat es nicht. Plötzlich war ein Fluchen zu hören, und hinter dem Mann landete das Gewehr des anderen auf dem Boden. Der Mann auf der Straße und der hinter dem Fass sahen sich das verdutzt an. Im nächsten Moment ließen auch sie mit den Händen wedelnd ihre Waffen fallen.
Die Gestalt streckte ihre Hand nach vorn, mit der Handfläche nach oben. Auf der Handfläche war ein roter Kristall zusehen, so als wäre er ein Teil der Hand selbst. Die Männer fingen Feuer. Der eine stürzte aus dem Fenster, der andere zog sein Hemd aus und versuchte das Feuer zu ersticken. Ohne Erfolg.
Der dritte sprang in die Tränke. Er hörte auf zu brennen, doch spürte er noch Hitze. Die Gestalt nahm ein Pferd und ritt davon. Die Hitze nahm ab, je weiter sich die Gestalt entfernte. Der dritte Mann stieg schließlich aus der Tränke und sah sich um. Die anderen beiden Revolvermänner hatten weniger Glück. Nur langsam verwehte der Rauch.
(Szenenwechsel: Überblendung Rauch in der Westernstadt auf Rauch aus einer fahrenden Dampflok, Einblendung des Titels)